Mittwoch, 20. Januar 2016

Picky von Punk, ein Vogel im Winter




















Hallo Leute, mein Name ist Picky von Punk.



Ich bin der Letzte meines Geschlechts und muss aussterben, wenn ich keine Punklady finde. Das ist ein Problem. Aber glaubt mir, ich arbeite daran.

Zurzeit wohne ich in einem Baumloch mit Aussicht.

















Ich liebe Baumlöcher und ...
















... ich liebe Beeren.















Mir gegenüber wohnt eine Menschenfrau in einem kleinen roten Hutzelhaus.
Ihr Garten, in dem sie ständig herumputzelt, bietet eine Menge Delikatessen zu fressen. Wie ihr seht, haben wir Winter. Das ist immer wieder eine anstrengende Zeit für mich, wenn Schnee und Frost mir die Nahrungsaufnahme erschweren, ja verleiden. Für die Menschenfrau ist das wohl auch so. Ständig rennt sie zähneklappernd raus und holt Holz rein für ihren Kaminofen, den ich von Morgens bis Abends in Betrieb sehe. Zwar hat sie auch einen Pelz, aber das fake Teil, das bringt nichts. Wenn ich durch ihr Fenster schaue, sehe ich es rot flackern. Das ist schön, so fühle ich mich in der Dämmerung nicht so allein.



Heute morgen wollte ich eigentlich einen Apfel verzehren, brachte es aber nicht über mich, weil er und alle anderen derzeit tiefgefroren am Baum hängen.














Tiefkühlkost ist nicht so meins. Also habe ich erst mal einen Abstecher in den Busch gemacht, wo was Gelbes dran hing.


















Das sah von weitem ganz lecker aus. Es entpuppte sich jedoch als eine riesige Plastikpflaume, die wohl noch vom letzten Frühjahr dort hing, die man vergessen hatte.

Verstehe wirklich nicht, was die Menschen an diesem geschmackfreiem Unsinn eigentlich finden.

Ich landete schließlich bei den Hagebutten, wovon einige schon vergammelt waren, was mir durchaus schmeckte.
















Allerdings sind die vollreifen Roten immer noch am delikatesten.



Ich hatte danach einen ganz schönen Brand und hielt Ausschau nach etwas zu trinken.
















In dieser alten Ölkanne war zwar Wasser drin, aber durch das Loch wäre ich nicht hindurch gekommen.

















Plötzlich hörte ich über mir so ein "Platsch, Platsch, Platsch" und entdeckte ein paar tropfende Eiszapfen. So flog ich steil an einen Zweig, klammerte mich fest und hielt meinen Schnabel unter einen Zapfen.
 


















Köstlich, das kühle Nass!

Ich dachte bei mir, die Menschenfrau könnte ruhig mal rauskommen und zum Nachtisch ein paar Äpfel für mich rauslegen.

Es dauerte Stunden, bis die überhaupt mal wach wurde. Ein wenig nachhelfen, könnte nichts schaden, überlegte ich und hüpfte an die große Wohnzimmerscheibe ran, von wo aus ich sie fast jeden Tag vor so einer leuchtenden 4eckigen Kiste dranhockend besichtigen kann, wie sie da sinniert und mit ihren Zehen Klavier spielt oder was auch immer. Keine Ahnung. Als ich an die Scheibe tockte, sah sie mich, lächelte und kapierte endlich, was ich wollte, als ich auffordernd mit dem Schnabel schwenkte und ein wenig mit den Augen rollte.

Der blöde Nachbarskater hatte während dessen im Schnee gespielt.
 
 













Das Dumme war, der sah mich und verfolgte mich.
















Einmal dachte ich schon, jetzt bin ich dran,













aber in letzter Sekunde habe ich mich auf den einen Apfelbaum geflüchtet, den dummen Kater ausgelacht.

















und ihm schön laut zeternd Schneebälle auf seinen Kopf geschmissen.



















Das fand der dann irgendwann nicht mehr lustig und hat sich im Bambus verdünnisiert.


















Nach einer kurzen Ruhepause auf der Terrasse, die ich mir gönnte,
 

















sah ich, dass die Menschenfrau endlich einen prachtvollen Apfel für mich hinausgelegt hatte.

















Ich habe ein paar mal mitten hineingepickt und probiert. Ein wunderbarer Jahrgang. Ich war so erfreut, dass ich da wie wild um den Apfel herumtanzen musste.














Ich nahm mir vor, der Guten zum Dank heute Abend im Zwielicht beim Sonnenuntergang auf ihrem Hausfirst eine meiner besten Liebesarien zu singen, die ich drauf hab.

















Wer weiß, vielleicht lockt das ja auch meine Punklady an, von der ich träume, und wir könnten im Frühjahr ... , naja, ihr wisst schon.

Macht´s gut Leute, Euer Picky von Punk, der sich jetzt erst mal ein wenig ablegen muss.
Der Bauch ist voll und ein kleines Nickerchen ist fällig.

Copyright Fotos und Text: Maren Kuhlwein
 

Sonntag, 2. März 2014

DIE STOLZE FEE VOM LICHTENSEE


Für Nelly
DIE STOLZE FEE VOM  LICHTENSEE

Beim "Lichtensee", da wohnt `ne Fee.
Sie spiegelt sich, sie tut nicht weh.


Stolz weint sie in die Riesenpfütze,
zur Tarnung trägt sie manchmal Mütze.

 
Die Pfütze, die wird immer roter,
der Moder modert tot und toter.


Sie trinkt den elenden Morast.


























Derweil das Eichhorn auf dem Ast.

Will springen, zu ihr auf den Schoß.
Doch sag, wo ist das Feechen bloß?

Hockt es im tiefen roten Tümpel?
Sumpft es zwischen Grundgerümpel?
 
Das Eichhorn reibt sich seine Schnut
und hüpft davon, denn nun ist gut.

Wollt nur mit seiner Feefrau spielen,
doch diese kommt nicht auf die Dielen.
 
So tanzt das Eichhorn ganz allein
und stellt sich lässig auf ein Bein.

Das tut´s natürlich nur zum Schein!
Denn eigentlich ist ihm zum Wein´n.

Wie war es mit der Fee so schön,
sich mit ihr leicht im Tanz zu drehn.

Das Eichhorn knackt in seiner Krone
allein und lautstark Nüsse, Ohne!

Der Baum wiegt seine Zweige sacht,
und macht, dass Eichhorn leise lacht.

Der Wind zaust zärtlich seinen Pelz.
Es muss schon sagen, so gefällt´s.

So hüpft es fort, von Baum zu Baum,
denn es hat einen süßen Traum.

Der Frühling naht mit jedem Tag.
Die Sonn wird lachen, keine Frag!

Und wo man singt, da lass dich nieder
schon schütteln Vögel ihr Gefieder.

Sie pfeifen es von jedem Dach:
Komm raus, mein Feechen, komm und mach!

Dienstag, 3. Dezember 2013

Wenn Dein Herz weint ...

für Isabelle, Denise und Tanja
Nicht umsonst!

















Stell dir vor, deine Tränen sind aus Gold.
Wie Perlen rollen sie aus deinen Augen.
Du fängst sie auf, schaust sie an.
Jede Einzelne legst du sorgfältig in dein Schatzkästchen.

Nun siehst du sie blinken, wie die Sterne am Himmel.
Ihr Blinken gilt dir.
Es soll dich erwärmen, dein Herz frei machen.
Du schließt versöhnt den Deckel und atmest auf.

Dir wird klar, wie wertvoll dein Schatz ist.
Es sind deine Erinnerungen, die dich begleiten.
Sie bleiben dir, so lange du lebst.
Sie sind die, die dich ausmachen,

Tief in deinem Herzen.
Samt und Sonders.
Deine Kraftquellen.
Vergolde sie!

Samstag, 5. Oktober 2013

AUSSERIRDISCHE IN M I R ?

für Lü und Mi ...

 
 























... Langsam erhob sich mein ausgestreckter Körper von den schweißnassen Laken. Er fühlte sich so leicht an. Ein Windstoß rüttelte an den Fensterläden und ließ mich schwebend schwanken. Die Fensterläden gaben nach, wie von einer Peitsche geschlagen und schlugen knallend auseinander. Mein Herz setzte sekundenlang aus. Ein heißer gleißender Lichtstrahl durchbrach die Finsternis und richtete sich auf mich.
Alles in mir schrie: "N e i n ! ! ! "

Namenloses Entsetzen packte mich.
Riesige extraterrestrische Boviste (oder waren es Eier?!) glitten schwerelos zu mir in den Raum, hielten über mir an, um mit herausgefahrenen Tentakel-Fortsätzen nach mir zu greifen und sich durch mein Hautgewebe zu bohren. Offensichtlich hinterließen S I E ihre fruchtbaren Sporen in mir.  Wollten S I E die Weltherrschaft mit mir als Mutter des Bösen?
"Was, in Gottes Namen, würde dort in mir Heranreifen?" fragte ich mich, bevor ich vor Horror und Angst vollends das Bewusstsein verlor? ...


https://www.facebook.com/pages/the-world-of-the-illuminati/147445938683271



 

Mag sein, dass dies nur ein Traum war, aber sicher fühle ich mich nicht, denn als ich morgens in den Spiegel sah, blickte mir eine Fratze entgegen.


 










Noch einen Tag vorher fand ich in meinem Garten diese Objekte, schlug bei Wikipedia nach und fand die vermeintliche Erklärung.















Ich verarbeitete den größten Riesenbovist zu Schnitzeln und aß sie doch mit Genuss.
Werde ich dies nun so bitter bereuen?
Was erwartet mich? 
--- Oh, Grauen, es ist wohl zu spät!